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Das Ziel dieser Seite ist es, Ihnen ein Bild von Nicaragua zu vermitteln. Es wird Ihnen Spaß machen, Nicaragua virtuell zu besuchen, noch genialer ist natürlich eine echte Reise nach Nicaragua! Sollte Sie das Reisefieber packen, kontaktieren Sie uns doch einfach.

Nicaragua ist ein Abenteuer, ein Reiz für alle Sinne, ein Rätsel für den Geist, ein Land, das es zu erforschen und zu entdecken gilt! Lesen Sie hier Interessantes und Wissenswertes über Nicaragua und erfahren Sie mehr über persönliche Eindrücke und Erfahrungen. Sehen Sie fantastische Bilder aus dem schönen Land und von den erdigen Leuten.

Das kleine zentralamerikanische Land Nicaragua zwischen Karibik und Pazifik, zwischen Nord- und Südamerika, zwischen finanzieller Armut und natürlichem Reichtum ist ein besonders liebenswerter Teil unseres Planeten.
Hier findet man Menschen, Orte und Dinge, die bei uns noch nie in dieser Form existiert haben, bzw. schon lange nicht mehr so existieren.

In unseren Breiten sind Informationen über dieses zentralamerikanische Land nicht sehr breit gestreut. Es gilt Vorurteile und festgefahrene Klischees abzubauen. Die erste Frage, die gestellt wird, ist oft: Ist es dort nicht gefährlich?
Dazu muss man sagen, dass statistisch gesehen Nicaragua nach Kanada das sicherste Reiseland auf dem gesamten Amerikanischen Kontinent ist und das können wir aus Erfahrung bestätigen. Einzig in Managua gilt es Vorsicht walten zu lassen - ist immerhin eine Millionenstadt.

ALLGEMEINE INFORMATIONEN

Name Republik Nicaragua
Hauptstadt Managua
Herkunft des Landesnamens Erste Meinung: Name leitet sich aus Nahuatl, der Sprache der Ureinwohner, ab (nican = „hier“, aráhuac = „Menschen“).
Zweite Meinung: Name geht auf die Begegnung des spanischen Konquistador Gil Gonzáles Dávila mit dem Kaziken Nicarao zurück, welche am 15. Oktober 1523 bei San Jorge/Rivas stattfand.
Amtssprache Spanisch
Klima tropisches Klima, Mai – November Regenzeit, Dezember – April Trockenzeit, Temperaturen immer angenehme 20 – 32 Grad C
Währung Córdoba, US$ in kleinen Scheinen werden überall angenommen
Zeitzone -7 Std. Mitteleuropäischer Zeit (Winter) / -8 Std. Mitteleuropäischer Zeit (Sommer)
Netzspannung 110 V / 60 Hz (Steckdosen wie in Nordamerika - Adapter mitnehmen)
Nationalhymne Salve a ti, Nicaragua
Internationale Telefonvorwahl  + 505


BEVÖLKERUNG
In Nicaragua leben etwa 90 % der Bevölkerung in der Pazifikregion und im Gebiet von Managua.

Einwohnerzahl 5.891.199
Bevölkerungsdichte 45,5 Einwohner pro km²
Religion 5% katholisch, 5 % protestantisch
  3% Naturreligionen
Bevölkerungsgruppen 69,7 % Mestizen (Nicas)
  17,6 % Weiße (bzw. Spanier)
  9,2 % afrikanische Herkunft
  3,2 % Indigenas
Einwohnerzahl der Städte Managua - 1.140.506 
  León - 150.327
  Chinandega - 128.616 
  Masaya - 123.473 
  Granada - 92.629
  Estelí - 91.687
  Tipitapa - 89.642
  Matagalpa - 79.122 
  Bluefields - 50.178 

 

NATUR
Das Karibische Tiefland im Osten Nicaraguas und die Osthänge der Gebirge sind zum Großteil von immergrünem Regenwald mit einer großen Artenvielfalt bedeckt.
In den Gebirgen im Zentrum des Landes geht der Regenwald ab einer Höhe von ca. 600 m in Bergwald über, ab etwa 900 m überwiegen Mischwälder, die dann in Nadelwälder übergehen.
An der Küste finden sich Mangrovenwälder und weite Sumpfgebiete. An Stellen, wo der Regenwald abgeholzt wurde, wachsen nun Kiefernwälder.
Die Nicaraguasenke im Westen des Landes wird weitgehend landwirtschaftlich genutzt.
Die Tier- und Pflanzenwelt Nicaraguas ist artenreich, in den Regenwaldgebieten leben z.B. Pumas, Jaguare, Ozelote, verschiedene Affenarten und viele Reptilien. In der vielfältigen Vogelwelt finden sich unter anderem Papageien, Kolibris, Tukane und Pelikane.

Ca. 7,5 % der Landesfläche sind als Parks und andere Naturschutzgebiete ausgeweisen.
Unter der sandisnistischen Regierung wurde dem Naturschutz eine höhere Bedeutung zugemessen. Es wurde das nicaraguanische Institut für Naturressourcen und Umwelt gegründet (IRENA). In dieser Zeit hat Nicaragua diverse internationale Umweltabkommen unterzeichnet.
Diese betreffen unter anderem:
- Klimaveränderungen und Klimaschutz
- Schutz der Artenvielfalt
- Schutz gefährdeter Arten
- Schutz der Ozonschicht


GEOGRAFIE
Nicaragua wird parallel zur Pazifikküste von einer Kette aktiver Vulkane durchzogen, weshalb es auch das „Land der tausend Vulkane“ genannt wird. Dort liegen die wichtigsten Siedlungsräume des Landes, während die östlichen und südlichen Landesteile dünn besiedelt sind.
Zwei große Binnenseen prägen die Geographie - der größere Nicaraguasee im Südwesten mit mehreren Inseln und der kleinere Managuasee im Westen.
Die Karibikküste im Osten des Landes ist eine große Regenwaldregion. Sie wird auch Miskitoküste genannt.

Fläche 129.494 km²
geographische Gliederung im Westen die pazifische Küstenebene, östlich anschließend die Vulkankette, gefolgt von der Nicaraguasenke, das Bergland der zentralamerikanischen Kordilleren und im Osten die karibische Tiefebene
Städte Nicaraguas Managua, León, Chinandega, Masaya, Granada, Estelí, Tipitapa, Matagalpa, Bluefields
Vulkane in Nicaragua
Cosigüina (inaktiv), San Cristóbal (aktiv), Telica (aktiv), Cerro Negro (aktiv), El Hoyo (aktiv), Momotombo (aktiv), Apoyeque (inaktiv), Masaya (aktiv), Laguna de Apoyo (inaktiv), Mombacho (inaktiv), Zapatera (inaktiv), Concepción (aktiv), Maderas (inaktiv)
Hauptflüsse Rio Coco, Rio Grande, Rio Escondido, Rio San Juan
höchster Punkt in der Cordillera Isabella 1963 m  
tiefster Punkt Meeresspiegel

 

Entdeckung:
Das Land wurde 1502 von Christoph Columbus entdeckt. Er erreichte das heutige Nicaragua bei seiner vierten Amerikareise an einem nördlichen Kap, das er "Gracias a dios" ("Gott sei Dank") nannte, da er dort Sicherheit vor den tropischen Stürmen fand.
Heute befindet sich in deisem Gebiet die Stadt Bluefields. Er segelte dann der Küste entlang Richtung Süden bis zur Mündung des Rio San Juan.

Kolonialzeit:
1522 beauftragte die spanische Krone, Gil Gonzáles Dávila, das von indigenen Völkern bewohnte Land zu erobern.
Er schickte 1523 eine Expedition Richtung des heutigen Rivas. Bei dieser Expedition wurde "La Mar Dulce" (das süße Meer) - der Nicaragua See - entdeckt.
1524 wurden die ersten Städte gegründet (Granada & Leon).
Nach dem Tod von Gil Gonzáles Dávila gehörte Nicaragua zum Generalkapitanat Guatemala und wurde von Leon aus regiert und weiter erforscht.
Im Jahr 1539 wurde die Durchquerung vom Atlantik zum Pacifik über den "Rio San Juan" erschlossen.

In den ersten Jahren der Kolonisation entwickelte sich Nicaragua zu einem der wichtigsten Standorte der Spanier für die Eroberung des Inka Reiches. Sowohl die Truppenversorgung wie auch die Verschiffung der Baumateralien (z.B. Holz für den Bau der Stadt "Lima" in Peru) wurde durch den Hafen "El Realejo" in der Nähe von León gewährleistet. In den folgenden Jahren sind die Ureinwohner Nicaraguas als Sklaven für die Gold- und Silberminen nach Peru gebracht worden. Viele Kunsthandwerke Perus aus dieser Zeit haben ihren Ursprung in Nicaragua.
Mit dem Voranschreiten der Eroberung verlor Nicaragua, bedingt auch durch geringe Edelmetallvorkommen, immer mehr an Bedeutung und avancierte zu einer Region die keinerlei Rolle im spanischen Imperium spielte.
Die spanische Kolonisation Nicaraguas beschränkte sich hauptsächlich auf die Pazifik Region und dessen Hinterland um den Nicaragua- und Managuasee. Die Atlantik Region geriet lange Zeit unter die Herrschaft der Briten, die von Jamaika aus Einfluss auf die Atlantikküste ausübten.
1725 brach in León ein Aufstand der Indígenas gegen die Spanier aus.
1777 erhoben sich die Boaco-Indígenas unter Führung ihres Kaziken Yarince gegen die Spanier.
In Folge der französische Revolution und Napoléons Besetzung Spaniens kam es in der gesamten Pazifikregion, Mittel- und Südamerika 1811/1812 zu Volkserhebungen.

Unabhängigkeit:
Die Unabhängigkeitsbewegung begann 1821, von 1823 bis 1838 war Nicaragua Teil der Zentralamerikanischen Föderation. Für die aufstrebenden USA, die ein Kanalprojekt durch den River San Juan mit Durchstich zum Pazifik verfolgten, erlangte Nicaragua strategische Bedeutung. Als selbstständige Republik hatte Nicaragua mit den Bestrebungen zur Unabhängigkeit der Misquito-Indianer an der Karibikküste und den ständigen Machtkämpfen zwischen Liberalen und Konservativen zu kämpfen.
Ab 1893 regierte der Liberale Jose Santos Zelaya. Er unterwarf die Misquitos, erschloss das Land wirtschaftlich, geriet aber in Gegensatz zu den Nachbarländern und in Mißgunst der USA, die 1909 seinen Sturz bewirkten.
1912 - 1932 sicherten die USA ihre Interessen in Nicaragua durch militärische Besetzung.
Ab 1927 wurden die Besetzer von einer nationalen Befreiungsbewegung unter Augusto Cesar Sandino bekämpft.
Am 21. Februar 1934 wurde er samt seinen Offizieren nach einem feierlichen Bankett auf Veranlassung Somozas ermordet.
Nach Abzug der US Truppen gewann General Anastasio Somoza Garcia rasch an Einfluss, mit seiner Familie beherrschte er nach seiner Wahl zum Präsidenten von 1936 bis zu seiner Ermordung 1956 (mit Ausnahme der Jahre 1946/1950) das Land.

Zwischen 1946 und 1950 wurde das Land durch 3 verschiedene Präsidenten regiert:
1. Leonardo Argüello vom 1. - 27. Mai 1947
2. Benjamín Lacayo Sacasa vom 27. Mai - 15. August 1947
3. Víctor Manuel Román y Reyes vom 15. August 1947 - 6. Mai 1950

Dikatatur:
Die Dikatur der Familie Somoza bestand von 1937 - 1979.
Von 1936 bis 1956 regierte Anastasio Somoza Garcia. Er wurde bei einer Veranstaltung, in der er seine erneute Präsidentschaftskandidatur verkündete, von dem Peoten Rigoberto López Pérez ermordet.
1956 - 1963 war sein Sohn Luis Somoza Delbayle Präsident, ihm folgte sein Privatsrkretär R. Schick Gutiérrez.
Im Jahr 1967 ließ sich Anastasio Somoza Delbayle zum Präsident wählen; um seine Macht zu behaupten, ließ er 1974 eine neue Verfassung in Kraft setzen.
Weihnachten 1972 verwüstete ein schweres Erdbeben die Hauptstadt. Die Familie Somoza bereicherte sich an den eingehenden internationalen Hilfsgeldern und durch Bodenspekulationen um rund 500 Millionen Dollar.

Bürgerkrieg:
Ab 1962 bekämpfte die linksgerichtete sandinistische nationale Befreiungsfront (FSLN) die Diktatur Somozas.
Die Bourgeoise fühlte sich durch die persönliche Bereicherung der Familie des Diktators düpiert und geht in eine milde Opposition zur Diktatur. In den folgenden Jahren nimmt die Guerrillatätigkeit der FSLN stark zu. Spektakuläre Aktionen der FSLN wie die Geiselnahme hoher, auch ausländischer Politiker oder die Besetzung des Nationalpalastes machen die FSLN auch im Ausland bekannt.
Die Guerrilla ist in der Bevölkerung fest verankert und hat regen Zulauf. Somoza ruft 1975 den Nationalen Notstand aus. Mit Unterstützung durch Truppen aus El Salvador, Guatemala und Honduras beginnt er einen Vernichtungsfeldzug gegen die Guerilla, welche schwere Verluste erleiden.
Die Zivilbevölkerung leidet schwer unter der Diktatur. Willkürliche Verhaftungen, Folter und Ermordungen von vermutlichen oder tatsächlichen Unterstützern der FSLN sind an der Tagesordnung. Zur Abschreckung werden oppositionelle Menschen aus Hubschraubern über dem Land oder dem Vulkan Masaya abgeworfen. Innerhalb der FSLN entbrennt eine Debatte über den Weg zur Beseitigung der Diktatur.
Im Januar 1978 wird Joaquín Chamorro in Managua auf offener Straße ermordet. Der liberale Herausgeber von "La Prensa" hatte wiederholt über Menschenrechtsverletzungen berichtet. In der Folge kommt es zu Massenprotesten gegen die Diktatur und gegen Ende des Jahres zu Aufständen in allen größeren Städten des Landes. Die FSLN erhält massenhaften Zustrom.
Ende Mai 1979 beginnt die militärische Endoffensive der FSLN. Die USA stellen unter Präsident Carter die Militär- und Wirtschaftshilfe für die Diktatur ein.
Am 17. Juli 1979 (noch heute "Tag der Freude") flieht der Diktator mit seiner Familie und den meisten seiner Anhänger in die USA.

Sandinisten:
Am 19. Juli 1979 ziehen die siegreichen FSLN-Truppen unter dem Jubel der Bevölkerung in Managua ein. Einen Tag später nimmt die "Junta de Gobierno de Reconstrucción Nacional" (Regierungsjunta für den Nationalen Wiederaufbau) ihre Tätigkeit unter Führung von Daniel Ortega Saavedra auf. Ihr gehören neben Funktionären der Guerrilla auch VertreterInnen des bürgerlichen Lagers an, darunter die Witwe Joaquín Chamorros, Violeta Barrios de Chamorro.
Zu den ersten Maßnahmen der Junta gehören:
- Enteignung des Besitzes der Familie Somoza und ihrer Anhänger
- Verstaatlichung der Banken, des Außenhandels und der Minen
- Abschaffung der Todesstrafe
- Garantie der Meinungsfreiheit

1980 wird in einer bisher einzigartigen Alphabetisierungskampagne die Analphabetenquote von 70% auf 12% gesenkt. Erstmals werden die Sprachen der ethnischen Minderheiten der Atlantikregion schriftlich fixiert und im Unterricht gelehrt.
Die beginnende Agrarreform verteilt enteigneten Besitz Somozas und seiner Anhänger an Kleinbauern. Bevorzugt werden (sandinistische) Kooperativen. Später werden auch Ländereien enteignet, deren Besitzer diese Flächen mehr als ein Jahr lang nicht bebauen
. Das Gesundheits- und Bildungswesen werden reformiert: Das ganze Volk soll Zugang dazu haben.
Mitte April tritt Violeta Barrios de Chamorro aus der Regierungsjunta aus, die Bourgeoisie geht in Opposition zur FSLN.
1981 formiert sich in den USA und Honduras unter Führung der Somozas und Offizieren ("Contras") der militärische Widerstand gegen die "Sandinistische Volksrevolution". Anastasio Somoza wird im paraguayanischen Exil ermordet.

Am 4. November 1984 finden die ersten Wahlen, nach der knapp 50 jährigen Diktatur statt. Erster demokratisch gewählter Präsident wird Daniel Ortega, Vizepräsident Sergio Ramirez. Der Bürgerkrieg durch die Contras und zunehmende wirtschaftliche Schwierigkeiten (Handelsembargo der USA) erschweren den Wiederaufbau Nicaraguas, jedoch gelingt es das Land zu reformieren (Bildungskampagnen, Gesundheitswesen). Der Demokratisierungs- und Versöhnungsprozess wird fortgeführt bzw. eingeleitet.
1988 wird der von Oscar Arias (Präsident Costa Ricas), initiierte Friedensprozess für Zentralamerika ("Esquipulas-II-Abkommen"), trotz massiver Einmischungsversuche der USA, eigenständig von den mittelamerikanischen Staaten vorangetrieben. Er sieht u.a. eine Demobilisierung aller irregulären Truppen und eine Verkleinerung der regulären Armeen vor. In allen Staaten der Region sollen freie und geheime Wahlen durchgeführt werden. Nicaragua ist der einzige beteiligte Staat, der die Übereinkünfte erfüllt. Zahlreiche gefangene Contras und andere Gegner der Sandinistischen Revolution werden freigelassen.
1990 gewinnt Violeta Chamorro, als Kandidatin des Oppositionsbündnis U.N.O (Unión Nacional Opositora) und als erste Frau Lateinamerikas, die allgemeinen Wahlen. Die FSLN übergibt als erste siegreiche Guerilla der Geschichte die Macht an eine neue Regierung.

Umbruch:
Die Regierung der Präsidentin Violeta Chamorro bemühte sich um Abbau der sandinistischen Armee sowie um Entwaffnung und Wiedereingliederung der "Contras".
Im Juli 1990 kam es zu einer breiten Streikwelle gegen Massenentlassungen, Subventionsabbau und Privatisierungsmaßnahmen. Im August 1990 und Januar 1993 führte die Regierung eine Währungsreform durch.
Nach der Spaltung des Regierungsbündnisses im Januar 1993 war Präsidentin Chamorro auf die Zusammenarbeit mit den Sandinisten angewiesen. Vor diesem Hintergrund kam es zu Aufständen, die jedoch von den Regierungstruppen niedergeschlagen wurden.
Gestützt auf ein Parteienbündnis "Liberale Alianz" (AL) siegte bei den Präsidentschaftswahlen im Dezember 1996 Arnoldo Alemán Lacayo (Bürgermeister Managuas unter der Regierung Violetta Chamorro) über den erneut für die FSLN kandidierenden Daniel Ortega.
Unter seiner Regierung werden die Liberalisierung der Wirtschaft und der Sozialabbau forciert fortgesetzt. In enger Zusammenarbeit zwischen Arnoldo Alemán und Daniel Ortega ("el Pacto") wurde versucht durch Gesetzes- und Verfassungsänderungen ein Zweiparteienstaat zu errichten. Der Zugang von neuen Parteien wurde erschwert und freie Bürgerlisten komplett verboten. Der Einfluss auf die Besetzung der wichtigsten Gremien (Oberster Gerichtshof, staatlicher Rechnungshof, oberster Wahlrat) war und ist enorm.
Der Regierung Aleman wird Korruption, Selbstbereicherung und Vetternwirtschaft vorgeworfen. Arnoldo Alemán wird nach seiner Amtszeit 2003 zu einer 20-jährigen Haft verurteilt. Diese hat er bis heute nicht antreten müssen. Er steht unter Hausarrest.

 

Nicaragua heute:

granada Trotz der großen Erfolge bei den Kommunalwahlen 2000 durch die Sandinisten konnte sich der erneut kandidierende Daniel Ortega bei den Präsidentschaftswahlen 2001 wieder nicht durchsetzen. Präsident wurde der liberale Enrique Bolaños Geyer. Er nimmt mit Unterstützung der Gebergemeinschaft den Kampf gegen die Korruption auf und setzt sich für die Aufhebung der Immunität des ehemaligen Präsidenten Arnoldo Alemán ein.
Im Herbst 2006 finden Neuwahlen in Nicaragua statt. Aussichtsreichster Kandidat auf die Präsidentschaft war Herty Lewites Rodriguéz (Sandinist), der am 2. Juli 2006, nur einige Monate vor den Präsidentschaftswahlen verstarb. Sein Nachfolger ist Edmundo Jarquin. Am 5. November 2006 wurde nach ruhigem Wahlkampf unter internationaler Beobachtung in Nicaragua der neue Präsident gewählt.
Das am 15. November offiziell verkündete Endergebnis lautet:

1. Daniel Ortega Saavedra 37,99 %
FSLN (Nationale Sandinistische Befreiungsfront)
2. Eduardo Montealegre 28,30 %
ALN (Liberale Alianz)
3. José Rizo 27,11 %
PLC (Liberale Partei)
4. Edmundo Jarquín 6,29 %
MRS ( Bewegung der sandinistischen Erneuerung)
5. Edén Pastora 0,29 %
AC (Christliche Alternative)
Am 10. Januar 2007 findet die Machtübergabe statt.

Seit 2007 hat sich die politische Situation nicht wesentlich verändert.




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